Wolgograd putzt sich heraus

Wolgograd putzt sich herausFoto: commons.wikimedia/High Contrast CC BY-SA 3.0

Ein neuer Flughafen, eine neue Eisenbahnlinie, ein neuer Memorial-Park und ein neues Fußballstadion – Wolgograd stylt sich zur Zeit ganz schön auf. Pünktlich zur Fußball-WM in Russland will die Stadt an der Wolga zeigen, was sie zu bieten hat. Die Neuerungen sollen auch dem Tourismus zu gute kommen.

Seit 2016 schon werkelt man am Wolgograder Flughafen, um ihn etappenweise rundum zu modernisieren. Zunächst wurden ein zeitgemäßes Terminal für internationale Airlines und eine neue Landebahn gebaut. 2017 begann man schließlich, den gesamten Flughafenkomplex auf einen aktuellen Stand zu bringen. Inzwischen wurden neue Vorfelder gebaut, auf denen jetzt 28 Flugzeuge untergebracht werden können. Neue Rollbahnen operieren nun unter der dritten Kategorie der Internationalen Flugbestimmungen, was die Starts und Landungen sicherer macht.

Die Kapazität der Terminals ist um das Zweieinhalbfache gestiegen, so dass die Fluggäste die Formalitäten beim Check-in schneller abschließen können. Gegenwärtig sind die Bau- und Montagearbeiten auf dem Gelände des Flughafens abgeschlossen, nun muss lediglich noch die Ausstattung installiert und ausgerichtet werden. Pünktlich zum Tag des Sieges am 9. Mai will man die ersten Gäste an dem neuen Terminal begrüßen. Dann allerdings soll während der Fußball-Weltmeisterschaft erst einmal mit den Umbauten pausiert werden.

Memorial-Park als Schmuckstück der Stadt

Nach der WM plane man mit Verbindungen zwischen den Terminals sowie externer Galerien mit Ladenzeilen und Geschäftsräumen zu beginnen. Im alten Terminal mit den inländischen Fluggesellschaften wird ein Überlandbusbahnhof eingerichtet und später soll ein Multifunktionskomplex entstehen, der den Luft-, Straßen- und Schienenverkehr zusammen fasst. Außerdem wird dann der Bau einer Eisenbahnlinie zum Flughafen abgeschlossen. Mit einem Aeroexpress sollen Einwohner und Besucher von Wolgograd schnell und bequem das Zentrum der Stadt erreichen können.

Am Fuße des „Mamajew Kurgans“, der monumentalen Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer des Zweiten Weltkrieges, plant die Stadtverwaltung einen neuen Memorial-Park. Fünfzig Jahre lang schenkte man in Wolgograd dem Gelände des Parks keine angemessene Beachtung und Pflege. Es gab keine Bänke und Abfallbehälter, es gab keine Bewässerung und keine Beleuchtung. Anfang 2017 haben die Behörden der Stadt und der Region hier endlich die „Allee Russlands“ geschaffen. Neue Bäume und Sträucher wurden gepflanzt, Fußgängerwege angelegt sowie helle Parkleuchten und Gartenmöbel aufgestellt.

Der Park bekam zusätzlich ein neues historisches und natürliches Denkmal mit der Stalingrad-Pappel, einer der legendären Bäume, die aus der „Allee der Helden“ stammt. Auf dem Gelände des Parks wird ein grünes Amphitheater errichtet, das mit bequemen Sitzplätzen ausgestattet werden soll und der angrenzende Bereich wird Großveranstaltungen hergerichtet. Zusätzlich denkt man auch an einen Sportplatz für die Bevölkerung. Die Hauptattraktion des Parks jedoch soll eine lichtdynamische Wassershow werden. Mittels fünfzig Düsen, die Wasser bis zu acht Meter hoch spritzen lassen, soll ein besonderer Effekt durch Streudüsen und siebzig farbigen LEDs erreicht werden.

Bei der Stadtverwaltung zeigt man sich optimistisch, dass die Arbeiten an dem Großprojekt Memorial-Park bis Ende Mai dieses Jahres abgeschlossen sein dürften.

[mb/russland.REISEN]

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