Bisher eine Million Fahrzeuge auf der Krimbrücke

Bisher eine Million Fahrzeuge auf der KrimbrückeFoto: Michael Barth

Seit der Eröffnung am 16. Mai habe der Fahrzeugstrom auf der Brücke über die Meerenge von Kertsch, die das russische Festland und der Halbinsel Krim miteinander verbindet, die Millionengrenze erreicht, teilte die Betreibergesellschaft vor wenigen Tagen offiziell mit. Damit macht sich die Ferienzeit deutlich bemerkbar und erste Mahnungen werden geäußert.

Im Zeitraum vom 16. Mai bis zum 15. Juli wurden inzwischen 554.000 Fahrzeuge gezählt, die die Brücke in Richtung Kertsch im Osten der Krim passierten, sowie 470.000 in die gegenläufige Richtung nach Taman, einer dem russischen Festland vorgelagerten Halbinsel auf dem Weg nach Krasnodar.

Laut einer Betriebskontrolle der Betreibergesellschaft PKU Uprdor Taman Rosavtodor habe der Verkehrsfluss im Juli gegenüber dem Vormonat um vierzig Prozent zugenommen. Dies ist eindeutig der Ferienzeit geschuldet, die in diesem Zeitraum ihren Höhepunkt erreicht hat.

Das bedeutet eine tägliche Auslastung von 22.000 Fahrzeugen. Der Verkehrsrekord wurde am Sonntag den 15. Juli mit 31.511 Fahrzeugen, von denen mehr als 18.000 in Richtung der Krim fuhren, registriert. Am 10. Juni zählte man 25.353 Fahrzeuge und am 20. Mai 23.142. Diese beiden Tage fielen ebenfalls jeweils auf einen Sonntag. Pro Tag überquerten im Juli nahezu 280 Busse die Krimbrücke in beide Richtungen.

Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Verkehrstrasse, ein Teilstück der Bundesstraße A-290, erst teilweise für den Verkehr freigegeben ist. Für Lastkraftwagen ist die Brücke vorerst noch gesperrt. Konzipiert wurde das rund drei Milliarden teure und 19 Kilometer lange Konstrukt für insgesamt bis zu 40.000 Autos und LKW auf vier Fahrspuren. Die Inbetriebnahme einer zweigleisigen Eisenbahnstrecke ist für 2019 geplant.

So ehrgeizig sich diese Zahlen aus Sicht der Betreiber auch anhören mögen, zurück bleibt die Frage, wie viel Kapazität die Ferienhalbinsel überhaupt verträgt. Schon jetzt warnen Kritiker vor einem verkehrsbedingten Overkill der Krim. Zwar ist in der Region eine rege Bautätigkeit zu beobachten, jedoch fehlt es an allen Ecken und Enden an der dazugehörigen notwendigen Infrastruktur. Das Abenteuer Krim bleibt spannend.

[mb/russland.REISEN]

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